Förderprojekte

02. Mai 2014

Teilnahme am Workshop „Urban Future Outline“ (UFO) in Brasilien

Professor Dirk Vallée vom Lehrstuhl und Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr der RWTH Aachen hatte die Gelegenheit, vom 2. bis zum 7. Mai 2014 die Univ. Fed. Do Rio de Janeiro (UFRJ) in Rio de Janeiro mit einer Gruppe von 7 Personen aus dem Projekt UFO (Urban Future Outline, gefördert aus Mitteln der Exzellenzinitiative der RWTH Aachen) zu besuchen. Ziel der vom DAAD im Rahmen des deutsch-brasilianischen Jahres und vom Förderverein der RWTH Aachen, proRWTH, teilweise bezuschussten Reise war ein grundlegender Austausch über Fragen der Stadtentwicklung, der Nachhaltigkeit und Resilienz von Städten aus deutscher und brasilianischer Perspektive mit dem Ziel, Kooperationen im Bereich von Lehre und Forschung anzubahnen.

Im Rahmen des dreitägigen Workshops für Studierende der UFRJ sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland und Brasilien, der auch zwei kurze Exkursionen in wichtige Stadtentwicklungsgebiete umfasste, wurden die städteplanerischen Fragen und Herausforderungen sowie zukunftsfähige Lösungsansätze diskutiert. Die Stadtentwicklung in Brasilien steht insbesondere in den Bereichen hoher sozialer Disparitäten, der Sicherung von Mobilität und Erreichbarkeit sowie der Klimafolgenanapassung vor großen Herausforderungen. In diesen Themenfeldern wurden umfassende Anknüpfungspunkte für den gegenseitigen Wissenstransfer sowie gemeinsame Forschungsfragen identifiziert. Besonders herauszuheben sind die massiven Anstrengungen zur Restrukturierung und Verbesserung der Situation der Menschen in den sogenannten „Favelas“ Rios, die mit der Schaffung von Recht und Ordnung und dem Aufbau einer Basisinfrastruktur in den Bereichen Abwasser, Wasser, Elektrizität und Gesundheitszentren erst einmal die Voraussetzungen für gesunde Lebensbedingungen schaffen. Sodann folgen Sport- und Kultureinrichtungen sowie Schulen, in denen auch Verhaltensweisen zur Anpassung an den Klimawandel, und dort insb. Starkregenereignisse, vermittelt werden, womit ein gutes Beispiel für eine präventive Katastrophenvorsorge besteht. Neben den fachlichen Teilen bestand auch die Gelegenheit die Sehenswürdigkeiten Rios in der noch ruhigen Phase vor den großen Sportereignissen zu besuchen.

Die über den Workshop initiierten Kontakte können insgesamt als fruchtbar bezeichnet werden. Es wurden Studierendenaustauch- und Doktorandenprogramme sowie gemeinsame Forschungsvorhaben angedacht, die zunächst in eine Kooperationsvereinbarung zwischen der UFRJ und der RWTH umgesetzt werden sollen und dann mit Leben zu füllen sind. Die Fakultät für Bauingenieurwesen soll hier eine tragende Rolle übernehmen. Durch weitere Kontakte der RWTH Aachen in der IDEA League sowie über Kontakte der UFRJ nach Frankreich könnte sich zudem die Gelegenheit zum Aufbaus eines internationalen Netzwerkes zu nachhaltigen und resilienten Stadtentwicklung unter Beteiligung von Ingenieuren, Sozialwissenschaftlern, Naturwissenschaftlern und Architekten ergeben.

Begleitet wurde die Aktivität vom Brasilienbeauftragten der RWTH Aachen, Prof. Michael Vorländer, der auch selbst thematisch am Workshop beteiligt war. Neben drei UFO-Doktoranden aus Biologie, Klimatologie und Kommunikation UFO nahmen zudem die Professoren Martina Ziefle (Kommunikationswissenschaften), Dirk Vallée (Bauingenieurwesen) und Christoph Schneider (Geographisches Institut) an dem Workshop teil.