Förderprojekte

11. März 2015

Tagung an der RWTH „Zur Lage republikanischer Politiktheorie“

Die Tagung „Zur Lage republikanischer Politiktheorie“, die vom 11. bis 13. März 2015 in Aachen stattfand und von Prof. Emanuel Richter vom Institut für politische Wissenschaft der RWTH Aachen und Prof. Marcus Llanque (Augsburg) organisiert wurde, beschäftigte sich mit der Frage der Gegenwart und Zukunft einer politischen Theorierichtung, die sich unter der Bezeichnung „Republikanismus“ etabliert hat, deren Inhalt und Konturen aber sehr unterschiedlich ausgelegt werden. Zum einen finden sich in der Politikwissenschaft und der Politischen Philosophie unterschiedliche Perspektiven auf den Republikanismus, zum anderen finden sich unterschiedliche Forschungstraditionen im angelsächsischen und kontinental-europäischen Raum. Neben der grundsätzlichen Frage des theoretischen Zuschnitts des Republikanismus und seines Verhältnisses zum heute dominanten Liberalismus fand besonders die gegenwärtige Anwendbarkeit des Republikanismus zur Analyse unterschiedlicher politischer Themenfelder ein starkes Interesse.

Die Tagung war interdisziplinär (Politikwissenschaft, Philosophie) und international (Deutschland, USA) zusammengesetzt. Unter den Vortragenden bildeten jüngere und bereits ausgewiesene Nachwuchswissenschaftler die überwiegende Mehrheit, etwa zur Hälfte Frauen und Männer. Aus dem englischsprachigen Raum kamen die Professoren James Bohman (St. Louis) sowie John McCormick (University of Chicago).

Die Frage der Abgrenzung von Republikanismus und Liberalismus war ein die Konferenz insgesamt prägender Debattengegenstand in Vortrag und Aussprache. Das zeigte sich auch in der Podiumsdiskussion des letzten Tages, in welcher zwei Vertreter des Liberalismus (Karsten Fischer aus München und Hans Vorländer aus Dresden) mit zwei Vertretern des Republikanismus (Richter und Llanque) zunächst untereinander und dann mit den übrigen Tagungsteilnehmern diskutierten, an welchen Konfliktlinien und in welchen umstrittenen Feldern die Abgrenzung zwischen Liberalismus und Republikanismus notwendig wird oder wo Vereinbarkeiten erkennbar werden.

Im Ergebnis hat sich die Tagungskonzeption als sehr erfolgreich erwiesen. Die beabsichtigte Bestandsaufnahme, der Austausch der Perspektiven, die Auslotung der Richtung weiterer Forschung sind auf einem wissenschaftlich hohen Niveau erfolgt, vereinzelt bahnen sich weitere Forschungskooperationen unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an. Ein Tagungsband ist in Vorbereitung, seine Publikation für 2016 vorgesehen.