Förderprojekte

02. Juni 2014

Förderung beim Kauf eines Szintillationszählers

Flüssigkeitsszintillationszähler im Institut für Umweltforschung, Biologie V

Die zentrale Untersuchungsmethode am Lehrstuhl für Umweltbiologie und ‑chemodynamik (UBC) basiert auf dem Einsatz radioaktiv markierter Chemikalien, um deren Verbleib in Umweltmedien zu lokalisieren und quantifizieren. Messungen der Rückstände von Pestiziden, Pharmaka und umweltrelevanten Industriechemikalien in Boden-, Sediment- und Pflanzenextrakten werden mit Hilfe eines Flüssigszintillationszählers (Liquid Scintillation Counter, LSC) vermessen, ohne den solche Versuche nicht möglich sind.

Der Lehrstuhl hat seit nun fast 17 Jahren sehr erfolgreich Drittmittelprojekte durchgeführt und auch derzeit laufen zahlreiche Projekte, die mit radioaktiv markierten Fremd­stoffen durchgeführt werden, neuerdings zusätzlich auch mit einer völlig neuartigen Produktgruppe, den synthetischen Nanomaterialien, deren Umweltsicherheit in Böden, Gewässern und den darin lebenden Organismen untersucht werden. Mit seinen Arbeiten trägt der Lehrstuhl dazu bei, den allgegenwärtigen Umgang mit Chemikalien und Produkten umweltverträglicher zu machen.

Da dieses Thema vor allem auch junge Leute sehr interessiert, betreut der UBC kontinuierlich sehr viele Bachelor- und Masterarbeiten, die mit radioaktiv markierten Chemikalien durchgeführt werden. Zudem sind im Institut für Umweltforschung (Biologie V) viele Dokto­randen mit diesem Thema befasst. Vor drei Jahren wurde ein neuer Masterstudiengang eingerichtet, der zusätzlich neue Abschlussarbeiten bedingt. Um weiter­hin erfolgreich solche Projekte, die durch DFG, BMBF, EU und Industrie gefördert werden, durchführen zu können, benötigte der UBC dringend ein neues LSC-Messgerät. Es ist praktisch unmöglich, ein solches Gerät in Drittmittel-Forschungsanträgen zu beantragen, weil in der Regel z.B. die DFG davon ausgeht, dass solche Geräte zur Grundausstattung zählen.

Mit der Förderung beim Kauf eines neuen Szintillationszählers kann das Profil der Hochschule im Umweltbereich weiterhin gestärkt werden, zumal zahlreiche Publikationen aus den Abschlussarbeiten aufgewiesen werden können und dies auch in Zukunft so sein soll (derzeit mehr als 160 ISI Web of Science Paper). Der Einsatz des LSC in Praktika und Abschluss­arbeiten fördert klar die Studienbedingungen an der RWTH im Umweltbereich. Mit den Arbeiten zur Umweltsicherheit von Produkten können gezielte Praxis-Hinweise zur Verbesserung der Produktionsbedingungen z.B. bei der Entwicklung neuer Nanomaterialien gegeben werden (z.B. Art der Beschichtung, Abhängigkeit toxikolo­gischer Effekte bei Umweltorganismen von der Größe). Durch Markierung des gespendeten Geräts mit einem proRWTH Siegel werden zahlreiche Studierende auf diese Einrichtung aufmerksam gemacht, die nach ihrem Abschluss mögliche neue Fördermitglieder bei proRWTH werden.