Förderprojekte

29. Oktober 2018

Goldmedaille für das Aachener iGEM-Team beim Giant Jamboree 2018 in Boston

Mit dem Projekt „MelaSense“ konnte das iGEM Team der RWTH Aachen eine Goldmedaille sowie - wie bereits das Vorjahres-Team - eine Nominierung für die beste Hardware gewinnen.

Fotoquelle: iGEM-Team der RWTH Aachen 2018
Fotoquelle: iGEM-Team der RWTH Aachen 2018
Fotoquelle: iGEM-Team der RWTH Aachen 2018
Fotoquelle: iGEM-Team der RWTH Aachen 2018

iGEM (International Genetically Engineered Machine) ist ein Wettbewerb für synthetische Biologie, ins Leben gerufen durch das Massachusetts Institute of Technology (MIT). Studierende verschiedener Fachbereiche erhalten so die Möglichkeit, an einem selbstgewählten Projekt ihrer Wahl ein Jahr lang zu arbeiten. Dabei beginnt das Projekt mit der Ideensuche, anschließend folgt die selbstständige Organisation und Finanzierung und endet mit der Vorstellung beim „Giant Jamboree“ vor einer interdisziplinären Jury.

Synthetische Biologie beschreibt eine Disziplin innerhalb der Biologie, bei welcher die Biologie mit den Ingenieurswissenschaften verbunden wird. Dabei werden molekularbiologische, nanobiologische und elektrotechnische Methoden miteinander kombiniert, um aktuelle Problemstellungen anzugehen.
Das Team 2018 legte einen Fokus auf das Hormon „Melatonin“, welches vor allem für seine Rolle in der Schlafregulierung bekannt ist. Während der Recherche wurde bekannt, dass es auch bei psychischen Erkrankungen, z.B. Depressionen und Schlafstörungen sowie Neurodegenerativen Erkrankungen wie z.B. Alzheimer und Parkinson als auch bei vielen Stoffwechselvorgängen im Körper eine wichtige Rolle spielt. Aktuell ist es sehr umständlich Melatonin zu detektieren und teilweise auch sehr kostenintensiv, wenn mehrere Messungen gemacht werden müssen. Um diese Situation in der Öffentlichkeit Publik zu machen und die aktuelle Messung für Nutzer zu vereinfachen, wurde mit Professoren und Zulassungsstellen in Deutschland und den Niederlanden gesprochen, mit Laboren telefoniert, die Melatonin aktuell über eine immunhistochemische Methode (ELISA) detektieren und als Ziel unseres Projektes schließlich eine eigene Methode entwickelt, um die Messung des Hormones Melatonin aus dem Speichel zu vereinfachen.
Für den biologischen Teil des Projektes wurde Hefe (Saccharomyces cerevisiae) verwendet. Hier wurde die eigene Melatoninsynthese der Hefe deaktiviert und ein menschlicher Melatonin-Rezeptor eingefügt. Mit Hilfe von Nachweisereaktionen wie einem Farb- oder Lichtassay kann so auf die Melatoninmenge im Speichel zurückgeschlossen werden. Für den technischen Teil wurde die Methode der LSPR (Localized Surface Plasmon Resonance) mit einer DNA-Chip-Technologie gekoppelt. Die Messung des Hormones verläuft über ein selbstgebautes Spektrometer. 

Für die Realisierung eines solchen Projektes benötigt es sowohl finanzielle als auch personelle Unterstützung. Vielen Dank an die Spender des Teams 2018 als auch namentlich an Prof. Blank, Prof. Schwaneberg und Prof. Wiechert, deren Labore, Expertise und Hilfe uns sehr unterstützt haben. Auch ein Dank geht an das Uniklinikum Aachen und die dort ansässigen Professoren sowie an den Förderverein proRWTH für die Zusammenarbeit.

Autorin:
Janina Muratagic
iGEM-Team der RWTH Aachen 2018
www.igem.rwth-aachen.de/