Förderprojekte

28. September 2015

iGEM-Team der RWTH holt Gold in Boston

Fotos: iGEM Team Aachen 2015

Anfang Oktober 2015 kehrte das Team der RWTH Aachen vom Finale des iGEM- (International Genetically Engineered Machine) Wettbewerbs aus Boston zurück. Dort stellten die Studierenden neben international über 260 anderen Teams das Ergebnis ihres Forschungsprojekts „UMICS - Upcycling Methanol Into a universal Carbon Source“ vor. Zurück kam das 19-köpfige Team mit vielen neuen Erfahrungen und einer Trophäe im Gepäck.

Vor zwölf Jahren vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) initiiert, gilt der iGEM mittlerweile als Weltmeisterschaft der synthetischen Biologie. Im Rahmen dieses Wettbewerbs befassen sich jedes Jahr interdisziplinäre Teams aus aller Welt mit der Entwicklung neuartiger biologischer Systeme und stellen Anfang Herbst ihre Ergebnisse beim fünftägigen Finale – dem Giant Jamboree -  mit einer Präsentation, einem Poster und einer eigenen Internetseite vor.

Obwohl erst zum zweiten Mal ein Team aus Aachen an diesem Wettbewerb teilnahm, arbeiteten die Studierenden an einer sehr ambitionierten und innovativen Projektidee. Sie setzten sich das Ziel, Methanol für biotechnologische Prozesse nutzbar zu machen, um diese von landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu entkoppeln. Da Methanol bereits effizient aus Kohlenstoffdioxid, Wasser und erneuerbaren Energien erzeugt werden kann, würde eine Umwandlung in „synthetische Stärke“ die Bioökonomie unabhängig von pflanzlicher Stärke machen. Dazu etablierte das 19-köpfige interdisziplinäre Team in dem Bakterium Escherichia coli einen neuen Stoffwechselweg, der Methanol in die universell einsetzbare Kohlenstoff- und Energiequelle Glykogen umwandelt. Diese „synthetische Stärke“ kann dann zur Herstellung von beispielsweise Insulin, Antibiotika oder Bioplastik und verwendet werden.

Während der naturwissenschaftlich ausgerichtete Teil des Teams an der Realisierung des biologischen Projektes arbeitete, befassten sich die Ingenieure mit dem technischen Part. Da jeder biologische Prozess überwacht und analysiert werden muss, entwickelten sie ein kosteneffizientes, Mini-Bioreaktorsystem mitsamt dazugehöriger Software. Alle Komponenten dieses Systems sind frei verfügbar oder leicht herzustellen und die Anleitung zum Aufbau des Bioreaktors ist verständlich dokumentiert. So sollen andere Wissenschaftler, Studierende und auch Schulen die Möglichkeit haben, ihr Reaktorsystem nachzubauen und für Forschung oder zum Unterricht zu verwenden.

Ende September war es dann soweit. Über sechs Monate harte Arbeit des Aachener Teams wurde belohnt. Neben viel fachlichem Lob erhielten die Studierenden in Boston nicht nur eine der Goldmedaillen, sondern auch die Auszeichnung für „Best Manufacturing Project“ und eine Nominierung für die „Best Supporting Software“.

Um ein derart großes Projekt überhaupt realisieren zu können, benötigte es genügend Laborplatz, Material und Geld. Unterstützt wurde das iGEM Team dabei durch ihre Mentoren Prof. Blank, Prof. Schwaneberg und Prof. Wiechert sowie Partner außerhalb und innerhalb der RWTH Aachen.

Ein besonderer Dank des Teams geht dabei auch an den Förderverein der RWTH Aachen (proRWTH)  für die fortlaufende Kooperation und die Unterstützung bei der Spendenakquise.