Förderprojekte

27. November 2015

9. Aachener Tag der Wissenschaftsgeschichte – „Zurück in die Zukunft“

Unter dem Thema „Zurück in die Zukunft? Die Bedeutung von Diskursen über "Zukunft" in der Wissenschaftsgeschichte“ fand am 27. November 2015 eine Tagung im Rahmen des 9. Aachener Tages der Wissenschaftsgeschichte statt. Veranstaltet wurde die Tagung vom Aachener Kompetenzzentrum für Wissenschaftsgeschichte (AKWG) in Kooperation mit dem Historischen Institut der RWTH Aachen. 

Bereits zum neunten Mal organisierte das Aachener Kompetenzzentrum für Wissenschaftsgeschichte einen Workshop, der dazu genutzt wurde, ein Spezialthema der Wissenschaftsgeschichte zu diskutieren. Dieses Treffen stand ganz im Zeichen der Zukunft: nicht nur als anthropologische Konstante, sondern vielmehr als eine mit ihrem gesellschaftlichen und kulturellen Umfeld eng verknüpfte Denkweise. Folglich lag der Fokus nicht allein auf der Frage, ob und wie die Geschichtswissenschaft die Zukunft exakt bestimmen kann, sondern dieser richtete sich darauf, die unterschiedlichen Pfade ausfindig zu machen, die Zukunft mit Gesellschaft und Wissenschaft verbinden.

Prof. Dr. Dr. Dr. Dominik Groß (AKWG) und Prof. Dr. Klaus Freitag (Historisches Institut) machten dabei als Organisatoren deutlich, dass eine Auseinandersetzung mit der Zukunft nur durch die Einbettung in ihr gesellschaftliches und kulturelles Umfeld erfolgen kann. Zukunft als Konzept spiele aber keineswegs erst in der Moderne eine Rolle, sondern bereits in der Antike gab es erste Diskurse über Zukunftsfragen, auch wenn eine zyklische Zukunftserwartung die antiken Historiker besonders fasziniert hat.

Die Tagungsteilnehmer konnten sich über spannende Vorträge von folgenden Referenten freuen: 
- Simone Paganini (Aachen): Kulturschock und Zukunftsbewältigung im antiken Israel. Was ist, wenn die Zukunft nicht besser wird? 
- Marcus Hellwing (Erfurt): Von den Pflichten eines zukünftigen Monarchen. Ciceros de officiis zwischen Voraussicht und Schadensbegrenzung. 
- Tobias Winnerling (Düsseldorf): Wie sichert man seinen Platz in der Zukunft? Zur Konstruktion akademischen Nachruhms um 1700. 
- Sven Brajer (Dresden): Kurt Eisner und sein sozialistischer Zukunftsentwurf. 
- Gottfried Schnödl (Lüneburg): Das frühe Ende der Geschichte. Zum biologistischen Technik- und Zukunftsdeterminismus um 1900. 
- Petra Missomelius (Innsbruck): Durch Medientechnologie induzierte Zukunftsdiskurse oder die Kontinuität eines medienwissenschaftlichen Topos in der Bildung. 
- Mathias Schmidt (Aachen): „...die Zukunft werde dem Radium ein Zeitalter völliger Krankheitslosigkeit danken.“ Radium als medizinisches Wundermittel im 20. Jh.