Förderprojekte

21. September 2015

Summer School „Expanding Engineering Limits: Culture, Diversity and Gender“ in Stanford, USA

Im Wintersemester 2015/16 nahmen 15 RWTH-Studierende der Ingenieur- und Sozialwissenschaften an der Veranstaltung „Expanding Engineering Limits: Culture, Diversity and Gender“, bestehend aus einer einwöchigen Summer School an der Stanford University und einem 10-wöchigen Follow-Up-Kurs in Aachen und Stanford, teil. Die Lehrveranstaltung wurde gemeinsam von Prof. Carmen Leicht-Scholten (Inhaberin der Brückenprofessur Gender und Diversity in den Ingenieurwissenschaften an der Fakultät für Bauingenieurwesen) und Prof. Sheri Sheppard (Professorin an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Stanford University) sowie dem Hasso Plattner Institute of Design at Stanford, der sogenannten d-school der Stanford University, konzipiert und durchgeführt. 

Die Veranstaltung gab Studierenden die Möglichkeit, fundierte Einblicke in die Wechselwirkungen von Technik und Gesellschaft zu erhalten und sich in internationalen und interdisziplinären Teams mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Ingenieurinnen und Ingenieuren auseinanderzusetzen. „Die […] Arbeit mit den deutschen Studierenden war einfach unglaublich! Ein Schwerpunkt der diversen Seminare war es, persönliche Geschichten von Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen zu teilen und unsere transatlantische Partnerschaft hat uns eine einmalige Möglichkeit geboten, genau das zu tun“, so Andrew Doyle, Doktorand an der Stanford University und Teilnehmer der Summer School.

Während der einwöchigen Summer School hatten die Studierenden Gelegenheit, an Seminaren der Stanford d-school teilzunehmen und die Methode des „Design Thinking“ zu erlernen. Bei diesem Ansatz zur Lösung komplexer Probleme erarbeiten interdisziplinäre Teams in einem gemeinsamen kreativen Prozess ganzheitliche und nutzerInnenorientierte Lösungen. „Mich fasziniert am Prozess des Design Thinking, dass die NutzerInnen im Fokus stehen und die Herangehensweise sehr multidisziplinär ist. Dies erweitert die problemorientierte Arbeitsweise, die ich aus meinem Studium kenne, um eine nutzerInnenorientierte Perspektive. Design Thinking hat mir gezeigt, dass Diversität ein Schlüssel zur Innovation ist“, so David Engelhardt, Student im Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen Fachrichtung Maschinenbau und Teilnehmer der Summer School.

Zum Abschluss der Summer School fanden sich die Studierenden in transnationalen und interdisziplinären Teams zusammen, in denen sie während der folgenden Lehrveranstaltung eine selbstgewählte Fragestellung aus dem Themenfeld Ingenieurwissenschaften und Gesellschaft untersuchten und einen nutzerInnenorientierten Lösungsansatz entwickelten. Michelle Rudolph, Studentin im Masterstudiengang Umweltingenieurwissenschaften berichtet von Ihren Erfahrungen im internationalen Team: „Wir arbeiten in einem sehr unterstützenden und kreativen Team und setzen genau das um, was mich dazu bewogen hat, Umweltingenieurwissenschaften zu studieren: die Integrierung von Erkenntnissen aus den Sozial- und Gesellschaftswissenschaften in die ingenieurwissenschaftliche Entwicklungszusammenarbeit.“

Im Anschluss an die einwöchige Summer School in Stanford fand an beiden beteiligten Hochschulen ein 10-wöchiger Follow-Up-Kurs statt. Die Sitzungen des Follow-Up-Kurses wurden gemeinsam von Lehrenden aus Aachen und Stanford gestaltet und durchgeführt. Neben der gemeinsamen Diskussion von ausgewählter relevanter Literatur und Forschungsergebnissen wurde jeder Einzeltermin durch Vorträge von internationalen Gastvortragenden wie Prof. Ernst Schmachtenberg (RWTH Aachen), Prof. Londa Schiebiner (Stanford University) und Susan Kemnitzer (National Science Foundation) bereichert. Mit Hilfe eines Videokonferenzsystems konnte der Follow-Up Kurs an beiden Standorten gleichzeitig stattfinden. Dies ermöglichte einen interaktiven Austausch zwischen den Lehrenden, Studierenden und Gastvortragenden an beiden Standorten, sowohl während der Lehrveranstaltung, als auch während der abschließenden Präsentation der studentischen Arbeiten.
Autorinnen: Blomeyer/Leicht-Scholten , 22.02.2016

Weitere Infos: www.gdi.rwth-aachen.de/

Zu den Fotos:
Foto oben: Gruppenbild auf Stanford Campus
Foto Mitte: Gruppenarbeit in der Stanford d-school
Foto unten: Videokonferenz beim Follow-Up Kurs