Förderprojekte

01. September 2016

Bioanorganisches Symposium 2016 in Aachen

Fotos: Angela Metz

Vom 1.-3. September fand an der RWTH Aachen das Bioanorganische Symposium 2016 mit 90 Teilnehmern statt. Die Mitglieder der DFG-geförderten Forschergruppe 1405 präsentierten in diesem Abschlusssymposium ihre neuesten Ergebnisse zum Thema Biological and Inorganic Charge Transfer Dynamics und diskutierten sie mit den neun eingeladenen Vortragenden aus aller Welt. Die Forschergruppe, zu der insgesamt sieben Arbeitsgruppen von der RWTH Aachen, der Universität Hamburg und der Universität Paderborn gehören, beschäftigt sich mit der experimentellen und theoretischen Untersuchung von Elektronen- und Charge-Transfer-Reaktionen. Des Weiteren wurden zu diesem Symposium zahlreiche Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus ganz Deutschland empfangen und neben 25 Vorträgen weitere Forschungsgebiete auf insgesamt 55 Postern präsentiert.

Der erste Tag stand unter dem Thema „Frauen in der Wissenschaft“. Zu Anfang referierten Prof. Dr. Moniek Tromp (Universiteit van Amsterdam) und Dr. Briony Yorke (CFEL Science) über die Charakterisierung von organometallischen Kupfersystemen mit Hilfe der Röntgenabsorptionsspektroskopie und die Entwicklung zeitaufgelöster XAS-Messtechniken. Anschließend stellten Maria Naumova (CFEL & Universität Hamburg), Julia Stanek (RWTH Aachen), Patricia Liebhäuser (RWTH Aachen), Lena Ebert (RWTH Aachen) und Florian Biebl (CFEL & Universität Hamburg) die neuesten Ergebnisse ihrer Forschung zum Elektronentransfer in und mittels Kupferkomplexen vor. Daraufhin berichtete Prof. Dr. Sarah Köster (Universität Göttingen) über die Anwendung von Mikrofluidik in biochemischen Reaktionen. Abschließend fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Frauen in der Wissenschaft“ statt. Mit regen Diskussionen an den Postern ging der erste Tag des Symposiums zu Ende.

Der zweite Tag wurde von Prof. Dr. Felix Tuczek (Universität Kiel) mit einem Vortrag über Modellkomplexe der Tyrosinase eröffnet. Im Anschluss berichteten Jochen Ortmeyer (Universität Paderborn), Dr. Daijiro Nozaki (Universität Paderborn), Patrick Müller (Universität Paderborn), Dr. Benjamin Dicke und Benjamin Grimm-Lebsanft (beide CFEL & Universität Hamburg) über Elektronentransferreaktionen mit und in Kupferkomplexen und über theoretische Berechnungen dazu. Des Weiteren referierte in dieser Vortragssession Prof. Dr. Nils Huse (CFEL & Universität Hamburg) über zeitaufgelöste XAS mit binuklearen 3d-Übergangsmetallkomplexen. Im Anschluss an das Mittagsbuffet startete die Nachmittagssession mit einem Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Schwaneberg (RWTH Aachen) über die gezielte Evolution des Proteins Cytochrom P450. Daraufhin berichtete Dr. Jennifer Chow (Universität Hamburg) von robusten Biokatalysatoren in Mikroorganismen. Im Anschluss stellten Dr. Alexander Hoffmann und Dr. Matthias Witte (beide RWTH Aachen) ihre Arbeiten zu theoretischen Berechnungen von Kupfer-Sauerstoff- und Kupfer-Schwefel-Systemen vor. Des Weiteren wurde von Lukas Burkhardt (Universität Paderborn) über die Röntgenemissionsspektroskopie referiert. Diese Vortragssession wurde von Prof. Dr. Kazushi Mashima (Osaka University) mit einem Beitrag über enzymatische Clusterkatalysatoren mit Zink, Kobalt und Mangan beendet. Auch an diesem Abend gab es die Möglichkeit zu Diskussionen an den Postern.

Der dritte Tag begann mit den beiden japanischen Gästen Prof. Dr. Takashi Hayashi (Osaka University) und Prof. Dr. Osami Shoji (Nagoya University), die über Reaktivitäten mit gezielt veränderten Enzymen (Myoglobin, Cytochrom P450) referierten. Anschließend stellten Mykola Biednov (CFEL & Universität Hamburg), Dr. Alexander Oppermann (RWTH Aachen) und Martin Rohrmüller (Universität Paderborn) ihre Ergebnisse zur Charakterisierung und theoretischer Berechnung von Kupferkomplexen vor. Abschließend berichtete Prof. Dr. Christian Bressler (European XFEL) über neue Röntgenmethoden für Echtzeitaufnahmen von chemischen Dynamiken.

Das Bioanorganische Symposium in Aachen endete mit der Verleihung von Posterpreisen (gesponsert vom European Journal of Inorganic Chemistry) an Dr. Albert Paparo (RWTH Aachen), Julia Stanek (RWTH Aachen), Dr. Benjamin Dicke (CFEL & Universität Hamburg) und Dr. Ajoy Kapat (RWTH Aachen).

Text: Patricia Liebhäuser, Institut für Anorganische Chemie, RWTH Aachen University
Mehr Infos: www.bioctdyn.uni-paderborn.de
Link zum Lehrstuhl: http://www.bioac.ac.rwth-aachen.de/